Professionelle EMV- und HF-Rechner
Sofortige Umrechnungen in 6 Kernbereichen: Spannung, H-Feld, Leistung, Strom, Kapazität und B-Feld.
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EMCCalc ist ein spezialisiertes Werkzeug-Set, entwickelt für Hardware- und EMV-Ingenieure, die schnelle, zuverlässige Einheitenumrechnungen während Konformitätsprüfungen, Labor-Debugging und Design-Reviews benötigen. Jeder Rechner auf dieser Seite ist an den realen Arbeitsabläufen der leitungsgebundenen und gestrahlten Emissionsmessung ausgerichtet.
In einer typischen EMV-Messkammer wechseln Sie ständig zwischen dBµV (was der Spektrumanalysator oder Empfänger anzeigt), dBm (was der Signalgenerator erwartet), dBµA/m (der gestrahlten Feldstärke an der Antenne) und dBpT (der magnetischen Flussdichte von einer Schleifensonde). Ein einziger Fehler im dB-Offset — die 107 dB-Regel für 50 Ω-Systeme zu verwechseln oder den Freiraum-Umrechnungsfaktor für das B-Feld zu vergessen — kann Stunden bei der Suche nach einem Phantomfehler kosten oder, schlimmer noch, zu einem falschen Prüfergebnis führen.
Dieses Dashboard fasst alle sechs Umrechnungsbereiche in einer Ansicht zusammen: Spannung (leitungsgebundene Störaussendung, LISN-basiert), H-Feld (gestrahlte magnetische Feldstärke), Leistung (Watt in dBm), Strom (Stromzangenmessung), Kapazität (Entkopplungs- und Filterdesign) und B-Feld (magnetische Flussdichte, Schleifensonden / MIL-STD-461 RE101). Jeder Rechner ist bidirektional und in Echtzeit: Geben Sie einen beliebigen Wert ein und alle anderen Einheiten werden sofort aktualisiert.
Unterhalb der Rechner finden Sie eine schrittweise Herleitung der zentralen EMV-Formeln — nicht nur die Gleichungen, sondern die physikalischen Grundlagen dahinter, die Annahmen (50 Ω Impedanz, Freiraum-Wellenimpedanz, Fernfeld vs. Nahfeld) und die typischen Fallstricke, die selbst erfahrene Ingenieure beim Messaufbau überraschen können.
Wellenlänge
Frequenz, Wellenlänge & Grenzwertberechnung
VSWR & Rückflussdämpfung
NeuVSWR, Rückflussdämpfung & Reflexionsfaktor berechnen
Messentfernungsextrapolator
NeuGrenzwerte zwischen 3 m, 10 m usw. umrechnen
Feldstärke & AF
NeuEmpfängerspannung in gestrahltes Feld umrechnen
Spannungs-Rechner (Leitungsgebundene Störaussendung)
HF-50-Ω-System-Verknüpfungsrechner
Magnetische Flussdichte (B-Feld)
Kapazitäts-Rechner
Magnetische Feldstärke (H-Feld)
EMV-Theorie & Umrechnungsformeln
In der EMV-Messtechnik ist nahezu jede Messung letztlich eine Spannungs-, Strom- oder Feldgröße im Dezibel-Maßstab. Die Rohwerte auf einem Spektrumanalysator oder EMV-Empfänger sind ohne Verständnis der Umrechnungskette, die sie mit der Grenzwertlinie der Norm verbindet, bedeutungslos. Im Folgenden gehen wir jeden Umrechnungsbereich durch, das zugrunde liegende physikalische Prinzip und die praktischen Fallstricke.
1. Spannung (Leitungsgebundene Störaussendung, LISN-basiert)
Messungen der leitungsgebundenen Störaussendung an AC- oder DC-Versorgungsleitungen verwenden eine Netznachbildung (LISN), die dem Prüfling (EUT) eine definierte HF-Impedanz (typischerweise 50 Ω) bietet und gleichzeitig vom Netz entkoppelt. Die an dieser Impedanz entwickelte HF-Spannung ist das, was der Empfänger misst. Die grundlegende Beziehung lautet:
- dBµV = 20·log10(V) + 120 — die Referenz ist 1 µV. Eine Verdopplung der Spannung ergibt +6 dB.
- dBmV = dBµV − 60 — eine praktische Zwischenskala für stärkere Signale.
- dBV = dBµV − 120 — selten in der EMV, aber üblich in der Audiotechnik und Messtechnik.
Praxishinweis: Die meisten CISPR- und FCC-Grenzwerte für die leitungsgebundene Störaussendung sind in dBµV angegeben. Ein Grenzwert von 60 dBµV (Klasse B, 0,5–5 MHz) entspricht 1 mV am 50 Ω-Tor der LISN. Überprüfen Sie stets, ob die Eingangsdämpfung Ihres Empfängers den Rauschpegel nicht über die Grenzwertlinie anhebt.
2. HF-50Ω-System-Kreuzrechner (dBm ↔ dBµV ↔ dBµA)
In einem 50 Ω-HF-System sind Leistung und Spannung durch das Joule'sche Gesetz verknüpft: P = V²/R. Der zentrale Referenzpunkt ist 0 dBm = 1 mW. Bei 50 Ω erzeugt 1 mW eine Effektivspannung von √(0,001 × 50) ≈ 0,2236 V = 223.607 µV. 20·log10(223.607) ergibt 107 dBµV. Daraus folgt:
- dBm = dBµV − 107 (nur 50 Ω)
- dBµV = dBm + 107 (nur 50 Ω)
- dBm = dBµA − 73 (da I = V/R, ist der Strom 20·log10(V/R) = dBµV − 20·log10(50) ≈ dBµV − 34; der Offset von dBm zu dBµA beträgt 107−34 = 73)
Kritische Falle: Der 107 dB-Offset gilt nur für ein 50 Ω-System. In 75 Ω-CATV/Fernsehsystemen beträgt der Offset etwa 108,75 dB. Bei hochohmigen Tastkopfeingängen (1 MΩ) ist die Leistung undefiniert und diese Formel bedeutungslos. Überprüfen Sie stets die Systemimpedanz, bevor Sie die 107 dB-Regel anwenden.
3. Magnetfeld (H-Feld) — A/m in dBµA/m
Die gestrahlte magnetische Feldstärke ist die grundlegende Größe, die von Rahmenantennen in Normen wie CISPR 25 (RE), MIL-STD-461 (RE101) und CISPR 15 (Beleuchtungseinrichtungen) gemessen wird. Die Umrechnung folgt der Spannungskonvention:
- dBµA/m = 20·log10(A/m) + 120 (Referenz: 1 µA/m)
- 1 A/m = 10³ mA/m = 10⁶ µA/m
- dBA/m = dBµA/m − 120; dBmA/m = dBµA/m − 60
Praxishinweis: In der CISPR 25 gestrahlten Störaussendung (ALSE-Verfahren) wird der Grenzwert oberhalb von 30 MHz in dBµV/m (elektrisches Feld) angegeben, aber das Rahmenantennenverfahren (0,15–30 MHz) verwendet magnetische Feldgrenzwerte in dBµA/m. Die Umrechnung zwischen E-Feld und H-Feld erfordert die Freiraum-Wellenimpedanz (377 Ω): E(µV/m) ≈ H(µA/m) + 51,5 dB im Fernfeld. Im Nahfeld bricht diese Beziehung zusammen und der Antennenfaktor der spezifischen Sonde muss verwendet werden.
4. Magnetische Flussdichte (B-Feld) — Tesla in dBpT
Im Freiraum wird die Beziehung zwischen B-Feld (magnetische Flussdichte, in Tesla) und H-Feld (magnetische Feldstärke, in A/m) durch die Permeabilität des Vakuums bestimmt: B = µ₀·H, wobei µ₀ = 4π×10⁻⁷ H/m. Daraus ergibt sich:
- dBpT ≈ dBµA/m + 2,0 (genauer: 20·log10(µ₀·10⁻⁶) = 20·log10(4π×10⁻⁹) ≈ 1,984 dB)
- 1 T = 10⁶ µT = 10⁹ nT = 10¹² pT
- dBpT = 20·log10(pT) (Bezug: 1 pT)
Praxishinweis: MIL-STD-461 RE101 und das CISPR 25 RE-Rahmenantennenverfahren zielen beide auf niederfrequente Magnetfelder ab. Ein RE101-Grenzwert von 180 dBpT bei 30 Hz entspricht 1 µT — ein nach EMV-Maßstäben sehr starkes Feld. Im Gegensatz dazu liegt ein CISPR 25 RE Klasse 5 Grenzwert von −10 dBµA/m bei 150 kHz bei etwa −8 dBpT — eine Feldstärke von rund 0,4 pT, was nahe am Umgebungsrauschpegel einer typischen Schirmkabine liegt. Dies zu erreichen erfordert eine sorgfältige Rahmenantennenkalibrierung und Hintergrundrausch-Subtraktion.
5. Strom (Leitungsgebundene Störaussendung, Stromzangenverfahren)
CISPR 25 definiert auch Grenzwerte für die leitungsgebundene Störaussendung mit einer Stromzange (CEC-Verfahren) anstelle einer Spannungsmessung (CEV-Verfahren). Die Stromzange umschließt den Kabelbaum und misst den Gleichtakt-HF-Strom direkt:
- dBµA = 20·log10(A) + 120 (Bezug: 1 µA)
- 1 A = 10³ mA = 10⁶ µA
- dBmA = dBµA − 60; dBA = dBµA − 120
Praxishinweis: Das Stromzangenverfahren (CEC) und das Spannungsverfahren (CEV) ergeben unterschiedliche numerische Grenzwerte für denselben Prüfling, da sie unterschiedliche physikalische Größen messen. Eine Stromzange hat eine Transferimpedanz (dBΩ), die in die Messkette einbezogen werden muss. Überprüfen Sie stets, ob die Transferimpedanz Ihrer Zange über den gesamten Frequenzbereich gültig ist — viele kommerzielle Zangen fallen unterhalb von 10 kHz und oberhalb von 100 MHz ab.
6. Leistung (Watt in dBm)
Die Leistungsumrechnung ist grundlegend für HF-Störfestigkeitsprüfungen, bei denen die Ausgangspegel des Signalgenerators (dBm) in Vorwärtsleistung (W) am Verstärkereingang umgerechnet werden müssen:
- dBm = 10·log10(mW) — beachten Sie den Faktor 10, nicht 20, da die Leistung proportional zu V² ist.
- dBW = dBm − 30; dBµW = dBm + 30
- 1 W = 10³ mW = 10⁶ µW
Praxishinweis: Eine Erhöhung um 10 dB bedeutet eine Verzehnfachung der Leistung (z. B. 0 dBm = 1 mW, 10 dBm = 10 mW, 20 dBm = 100 mW). Eine Erhöhung um 3 dB verdoppelt die Leistung. Berücksichtigen Sie bei der Einrichtung einer HF-Störfestigkeitsprüfung (ISO 11452, IEC 61000-4-3/4-6) stets Kabeldämpfung, Kopplungsfaktor des Richtkopplers und Verstärkerkompression — der Sollwert am Signalgenerator ist selten die endgültige Feldstärke am Prüfling.
7. Kapazität (Entkopplungs- und Filterdesign)
Die Kapazitätsumrechnung ist wesentlich für das EMV-Filterdesign, die Auswahl von Entkopplungsnetzwerken und die parasitäre Analyse:
- 1 F = 10³ mF = 10⁶ µF = 10⁹ nF = 10¹² pF = 10¹⁵ fF (SI-Vorsätze)
- 1 µF = 1.000 nF = 1.000.000 pF
- 1 nF = 1.000 pF = 1.000.000 fF
Praxishinweis: Im EMV-Filterdesign werden die Werte von X-Kondensatoren (Leiter-Leiter) und Y-Kondensatoren (Leiter-Erde) sowohl durch Sicherheitsnormen (Ableitstromgrenzwerte) als auch durch die gewünschte Eckfrequenz des LC-Tiefpassfilters begrenzt. Ein 0,47 µF X-Kondensator mit einer 1 mH Gleichtaktdrossel ergibt eine Eckfrequenz von etwa 7,3 kHz. Beachten Sie, dass reale Kondensatoren eine parasitäre äquivalente Serieninduktivität (ESL) aufweisen, die sie oberhalb ihrer Selbstresonanzfrequenz induktiv macht — ein 100 nF MLCC kann bereits bei 10 MHz induktiv sein und ist damit für die Hochfrequenz-Entkopplung unbrauchbar.